Fitnessstudio

Trainieren mit Stil und Etikette im Fitnessstudio

Der März ist der Monat, in dem sich gerne mal das schlechte Gewissen breit macht. Nach  Weihnachten, Silvester und der ein oder anderen Karnevalsparty spricht die Waage oft unangenehm Klartext. Dazu steht der Frühling vor der Tür, wo sich Problemzonen per Kleidung nicht mehr ganz so gut kaschieren lassen. Umso voller sind in genau dieser Zeit die Fitnessstudios. Doch auch wenn jeder in erster Linie für sich selbst trainiert, ist das Fitnessstudio doch eine Art Gemeinschaftsraum. Gegenseitiger Respekt gehört bei allem Individualismus dazu. Oder wie gefällt es Ihnen, wenn der Trainingsnachbar wilde Schreie von sich gibt oder das Laufband mit einem Handtuch reserviert?

Sport macht nach einem langen Arbeitstag den Kopf frei und sorgt für neue Energie. Nicht aber, wenn man sich im Fitnessstudio über andere Mitglieder ärgern muss, die sich dort offensichtlich als einziger Gast fühlen. Denn es kann ziemlich an den Nerven zerren, wenn Mitsportler auf dem Spinning-Rad lauthals telefonieren oder sich in der Dusche rasieren. Apropos Dusche … Die heiße Dusche nach dem Training ist wunderbar. Aber Dauerduschen im Fitnessstudio sorgt vor allem zur Rushhour morgens und abends für Warteschlangen. Das Duschvergnügen demnach bitte mit Maß einplanen.

Gespräche und Verabredungen sind etwas Schönes. Aber lange Telefongespräche und laute Musik in der Umkleide nerven die anderen. Zudem bieten die Umkleideräume oft nur wenig Platz. Umso wichtiger, dass jeder seine Habseligkeiten bei sich und in der Tasche behält. Und jegliches Posing hat hier eine Pause. Denn Schminken und Frisieren für den Partyabend blockieren den Platz vorm Spiegel – im Fitnessstudio gibt’s dafür ein klares: Tabu!

Geputzt wird im Fitnessstudio ständig. Trotzdem tummeln sich Bakterien in den Nass- und Umkleidebereichen. Also gehören nackte Füße in Badelatschen/-schuhe oder aufs Handtuch

Das sind die wichtigsten der vielen No-Gos in der Umkleidekabine, die für Fitnessstudiomitglieder eigentlich tabu sein sollten. Schließlich möchten die anderen Trainingswilligen auch eine saubere Dusche vorfinden. Wie ist das nun im Trainingsbereich?

Hier gilt vor allem Plastik statt Glas. Für Kaltgetränke eignet sich eine Plastikflasche, auch zum Auffüllen an den Wasserspendern im Fitnessstudio. Glasflaschen sind aus Sicherheitsgründen keine Option.

Bei Gewichtsscheiben und Kurzhanteln ist Ordnung wichtig, damit das Training nicht zum Suchspiel oder gar gefährlich wird. Und nicht jeder kann ein 20-Kilo-Gewicht vom Boden aufheben. Wer es doch kann und die passenden Muskeln hat, möchte sie natürlich zeigen – das Fitnessstudio ist dafür aber nicht der passende Ort. Ein freier Oberkörper bei Männern ist inakzeptabel und auch Frauen sollten mehr als einen Sport-BH tragen. Seien Sie also nicht zu freizügig.

Auf der Trainingsfläche sind Straßenschuhe ebenso untersagt wie vom Outdoortraining verdreckte Joggingschuhe. Nur in den Gymnastik- und Yogastudios wird barfuß trainiert.

Am Ende lassen sich die wichtigsten Fitnessstudio-Regeln ganz einfach zusammenfassen: Alles was mit Schmutz, Lärm oder Verletzungsgefahr zu tun hat, sollte tunlichst vermieden werden. Hygiene ist allerdings das oberste Gebot. Auch wenn Schwitzen wie die Turnschuhe zum Sport gehört, sollte man alle Kontaktflächen mit einem Handtuch bedecken. Nach dem Training dann das Gerät mit einem Desinfektionsmittel reinigen. Und neben all dem hat das Handy mal Sendepause. Telefonieren und umständliches Nachrichten schreiben gilt im Fitnessstudio als Unsitte. Um über Kopfhörer eigene Musik zu hören, ist die Handynutzung natürlich in Ordnung.

Das Fitnessstudio ist tatsächlich ein Lebensbereich, für den unser Freiherr von Knigge beim besten Willen noch keine Benimmregeln aufstellen konnte, weil er lange vor der Zeit lebte, bevor dieser Bereich Teil des Lebens vieler Menschen wurde. Aber mal ganz ehrlich, Sie wissen doch, wie man sich dort angemessen verhält, oder? Und wem das Fitnessstudio nach der langen Winterzeit nun einfach zu eng wird, schnappt sich seine Turnschuhe und läuft in der schönen Natur.